Kunstfleisch? Zum Kotzen!

Mobiler Unterstand für Siggis freilaufende Hühner

Siggis Hühner haben viel Auslauf im Freien

Der Geflügelfleischkonzern Wiesenhof läßt in diesen Tagen verlautbaren, dass er sich strategisch engagiert bei der Entwicklung in Kunstfleisch (Zum Thema: taz vom 5.1.2018). Die Tierrechtsorganisation PETA findet das toll. Ich find´s zum Kotzen!

Ich war 17 Jahre meines Lebens Vegetarier. Aus Protest: gegen Massentierhaltung, Futtermittelproduktion in der dritten Welt – und so weiter. Das ist viele Jahre her. Fleisch steht längst wieder auf meinem Speiseplan, denn ich habe irgendwann entdeckt, dass es kleine Erzeuger gibt, die ihre Tiere respektvoll behandeln, Futter selber produzieren und das Fleisch ordentlich reifen lassen.
Schon als Vegetarier habe ich nicht verstanden, warum Grünkern, Seitan und Tofu zu Fleischimitat verarbeitet wurden. Wenn ich kein Fleisch esse, dann esse ich eben Gemüse, ich muss mir da selber nichts vormachen. Es gibt Leute, die kein Gemüse essen, sich nur von Fleischprodukten und Schokolade ernähren. Diese Menschen haben aber nicht versucht aus Fleisch oder Schokolade Karotten- und Wirsingimitat herzustellen. Man stelle sich vor: eine Karotte, die für Gemüseverächter aus orange gefärbtem Brät hergestellt wurde. Schon Appetit bekommen?

Und jetzt also Kunstfleisch aus Petrischalen! Diese Idee ist genauso hirnlos wie die Hühner, die da im Labor gezüchtet werden. Wo bleibt da dieser spannende Genussaspekt, zu schmecken, was das für ein Huhn war… Ob es ein Winterhuhn oder ein Sommerhuhn war. Ob es viel Auslauf hatte oder mehr Zeit im Stall verbracht hat. Echtes Fleisch überrascht mich mit einer Vielfalt an geschmacklichen Nuancen. Vielleicht, ja vielleicht mögen diese Nuancen eingebildet sein. Ebenso wie das Gefühl bei dem Gedanken an Laborfleisch kotzen zu müssen. Das ist aber letzlich wurscht, denn wenn ich entscheiden muss votiere ich gegen die  Übelkeit, selbst wenn sie nur eingebildet ist.

Ich kaufe meine Hühner übrigens ausschließlich beim Siggi Ochsenschläger (www.ochsenschlaeger.de). Siggi züchtet Bresse-Hühner, Schwarzfederhühner und Riedgockel. Die Tiere haben freien Auslauf, Unterstände, Futter von Siggis eigenen Feldern und sie leben dreimal länger als Hühner aus dem Supermarkt. Am Ende sind Siggis Hühner schwerer und schmackhafter. Besser einmal im Monat Schlachtfest als täglich Fleisch aus dem Labor!

Der erweiterte Genussbegriff und “Farm to Table”

Delikatessenjäger Michael Vetter entwickelt den erweiterten Genussbegriff, um ein übergreifendes Deutungssystem für kulinarische Konzepte bereitzustellen. In dem vorliegenden Entwurf wird der erweiterte Genussbegriff am Beispiel der Farm to Table Bewegung in Ansatz gebracht.

Der Entwurf versteht sich als Diskussionsanstoß und umfasst historische Betrachtungen des Begriffs “Genuss” und der Farm-to-Table-Bewegung. Ausgehend hiervon entwickelt Michael Vetter eine zeitgemäße Definition von Genuss.

PDF hier herunterladen!